Wer Tamara Banez in den letzten Jahren auf der Bühne erlebt hat, weiß um die unmittelbare Kraft ihrer Präsenz. Die Münchner Musikaktivistin teilte das Podium bereits mit Größen wie Max Uthoff, Dota Kehr und Bodo Wartke und war mehrfach im Bayerischen Fernsehen zu sehen.
Die Süddeutsche Zeitung würdigte sie als „hochpolitische Künstlerin, die in Erinnerung bleibt“. Doch wer die Musikerin deshalb vorschnell in die Schublade der klassischen Protest-Liedermacherei steckt, unterschätzt ihre Vielseitigkeit.
Ihr aktueller Weg führt sie weg von Synthesizern und Club-Beats, hinein in eine konsequente Reduktion: ein Klavier, ein Kontrabass, manchmal sanfte Percussion – und eine Stimme, die keinen Raum für Ausflüchte lässt. In diesem akustischen Gewand entfalten ihre Lieder eine fast greifbare Intimität.
Es sind die unaufgeregte Alltagspoesie und die klare Kante eines Danger Dan, die hier mit großer Intimität ineinanderfließen: mal zurückgenommen wie bei Philipp Poisel, mal mit der Eindringlichkeit einer Tori Amos.
Textlich nimmt Tamara Banez dabei kein Blatt vor den Mund: Globale Krisen wie der Klimawandel, Rechtsextremismus und Flucht finden in ihren Erzählungen ebenso Platz wie unbändige Lebensfreude, FLINTA* Power und gelebte Sex Positivity.
Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit stellt Banez eine einfache, aber zentrale Frage: Wie finden wir zurück in unsere eigene Handlungsfähigkeit? Ihre Antwort ist eine Einladung zur Selbstwirksamkeit, zum freudvollen Mitbasteln am „guten Leben für alle“.
So entsteht ein Konzerterlebnis, das Haltung und Poesie eng zusammenführt – und das nachklingt. Tamara Banez ist eine Künstlerin zwischen flammendem Mut und knisternder Stille. Direkt, ungeschminkt und zutiefst menschlich.
